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Ambulant betreute Senioren-WG

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Ambulant betreute Senioren-WG

Kerngeschäft. Die ambulant betreute Senioren- oder Pflege-WG kombiniert gemeinschaftliches Wohnen mit individuell organisierten Pflege- und Betreuungsleistungen. Das Kerngeschäft ist ein kleinteiliger, alltagsnaher Versorgungsverbund mit höherer Selbstbestimmung als im klassischen Heim, aber deutlich höherer FM-Komplexität als im Service-Wohnen, weil Haushalt, Pflege, Sicherheit und Nutzerrechte eng ineinandergreifen. Leistungsrechtlich sind insbesondere zusätzliche Leistungen für ambulant betreute Wohngruppen sowie gemeinschaftliche Wohnformen mit Versorgungsverträgen relevant.

Ambulant betreute Senioren-Wohngemeinschaften

Unterscheidende Merkmale

  • Mehrere pflegebedürftige Menschen leben in einer gemeinsamen Wohnung oder wohnähnlichen Einheit mit geteilten Haushaltsfunktionen.

  • Es gibt entweder individuelle Pflegearrangements oder gebündelte Versorgungsverträge in gemeinschaftlichen Wohnformen nach SGB XI § 92c. [24]

  • Für die Gründung beziehungsweise Umgestaltung sind Förderungen für altersgerechte oder barrierearme Umgestaltung vorgesehen.

  • Die Frage, ob eine WG als selbstbestimmte Wohnform oder als stärker anbieterverantwortete Form behandelt wird, ist landesrechtlich besonders relevant; Beispiele finden sich im WTG NRW, im PfleWoqG Bayern und im Berliner Wohnteilhaberecht.

Besondere Anforderungen an Facility Management

  • Die bauliche Konzeption muss wohnlich und zugleich sicher sein: barrierearme Bäder, rollstuhlgerechte Bewegungsflächen, sichere Küchen, robuste Bodenbeläge und gute Orientierung; dafür ist die DIN 18040-2 die zentrale deutsche Norm.

  • Ein wesentlicher FM-Punkt ist die klare Verantwortungszuordnung zwischen Vermieter, WG-Initiator, Pflegedienst, Hauswirtschaft und Angehörigen. Diese Schnittstellen sind aus Compliance-Sicht kritisch, weil Landesheimrecht je nach Anbietersteuerung Anzeige-, Prüf- oder Aufsichtspflichten auslösen kann.

  • Brandschutz und Alltagssicherheit müssen auf eine nichtinstitutionelle, aber vulnerable Wohnform zugeschnitten werden: Herdsicherung, kontrollierbare Zutrittssysteme, Nachtorganisation, Räumungskonzept und – soweit vorhanden – Brandschutzordnung nach DIN 14096.

  • Hygienisch problematisch sind die gemeinsam genutzten Küchen, Sanitärbereiche und Wäscheprozesse. Das FM braucht deshalb abgestimmte Reinigungsintervalle, Hygieneroutinen nach KRINKO-Empfehlungen für Heime, Trinkwasserüberwachung nach TrinkwV und bei Lebensmittelzubereitung die Einhaltung der LMHV.

  • Werden Hilfsmittel oder Medizinprodukte zentral durch den Betreiber vorgehalten, sind Einweisung, Instandhaltung, Medizinproduktebuch und Kontrollen nach MPBetreibV zu organisieren; das wird in kleinen Wohnformen häufig unterschätzt.